[ DAHAB Winter 2005/2006 ]


Am 4.April war es soweit - mein Winter in Dahab war beendet und am Nachmittag hob mein Flieger Richtung Heimat ab. Nach einem ziemlich stressigen Einchecken in Sharm el Sheikh und einem Zwischenstopp in München landete ich am späten Abend im kalten Bremen. Auf dem Weg vom Bremer Flughafen nach Hause fühlte ich mich zurück in der Zivilisation - befestigte Strassen und Mülleimer am Straßenrand bestimmten plötzlich das Bild.




Meine letzten Wochen in Dahab vergingen sehr schnell. Neben meinen Eltern und meinem Cousin waren auch Christian und Markus zu Besuch und brachten Abwechslung in meinen Alltag als Surflehrer. Nach einer eher schlechten Windausbeute im Februar legte der Passat im März wieder kräftig zu, so dass Markus und ich noch einige Sessions zusammen geniessen konnten. Somit konnten wir es uns auch leisten, einen Surftag ganz dem Knipsen von einigen Actionfotos zu widmen. Unterwegs mit dem 4.1er und dem 91l Schnittchen und mit der Kamera im Hintergrund gingen die Moves fast wie von alleine...



Im März gabs neben ordentlich Wind auch neues Spielzeug aus Fernost. Jede Menge neue Bretter und Segel warteten darauf, getestet zu werden. Ich beschränkte mich auf das Testen der neuen Freestyler von JP - sehr einfach zu fahren, aber bei Sprungmanövern nicht so überzeugend wie erwartet. Geschult wurde natürlich nach wie vor - auch wenn die Anfängerschulungen aufgrund des starken Windes häufig etwas kürzer treten mussten.



Neben vielen neuen Gesichtern war im März auch wieder das Team vom englischen Windsurfmagazin vor Ort, um den neuesten Freeride-Stuff zu testen. Ärgerlich für die Jungs vom Team war es, dass es in der Testzeit meistens mit 6-7 Beaufort ballerte, was das Testen von 8er Segeln nicht unbedingt zum Kinderspiel macht. Der starke Wind von Dahab fasziniert auch immer wieder viele Stammgäste - im Gegensatz zum Testteam waren die Gäste und ich in der Regel mit Segeln zwischen 3.7 und 4.7 m² auf dem Wasser. 



Am Abend wurden nach wie vor die zahlreichen Restaurants Masbats aufgesucht und anschließend haben wir entweder in einer der Bars oder auch in unserer Wohnung bei Wasserpfeife und Bier relaxt. Während ich am Ende meines Aufenthalts keine größeren Probleme mit dem Magen mehr hatte, hat es Markus gelegentlich erwischt, so dass er sogar auf 2 Surftage verzichten musste - ein Übel, was jeden Ägypten-Urlauber treffen kann.



Einige Tage vor meinem Abflug sorgte ein großer Fisch in der Bucht vor der Surfstation für Aufsehen. Während ich sicher gehütet im knietiefen Wasser stand, war meine Schülerin weiter draussen unterwegs und von den Flossen in ihrer Nähe sichtlich beeindruckt. Glücklicherweise handelte es sich nicht um die gefürchteten Flossen, sondern nur um einen völlig harmlosen Mantha, der mit seinen gut 3 Metern Länge aber trotzdem alle Blicke auf sich zog. Wesentlich unangenehmer als der größte Mantha sind die Zitterrochen, die gelegentlich mit Stromstößen auf sich aufmerksam machen - 3 Mal hat es mich in den 6 Monaten erwischt.



Ansonsten bin ich von den Bewohnern der Unterwasserwelt verschont geblieben. Oli dagegen wurde einmal in einen kleinen Schockzustand versetzt, als er alleine im 2er-Revier unterwegs war und eine der gefürchteten Flossen entdeckt hat. Aber wie sagt man so schön: ein 6er im Lotto ist wahrscheinlicher als vom Hai erwischt zu werden...

 


Abschließend kann ich sagen, dass mein Ägypten-Aufenthalt ein voller Erfolg war mit allem was dazugehört. Neben einer Menge Spass auf dem Wasser habe ich viele neue Leute aus den verschiedensten Ländern und eine völlig neue Kultur kennen gelernt. Das Leben in Masbat ist grundsätzlich verschieden von dem Leben in Deutschland und die Kulturen könnten unterschiedlicher kaum sein.


Momentan habe ich noch ein wenig mit den Temperaturen in meiner kalten Heimat zu kämpfen, so dass ich bislang noch nicht an den heimischen Spots auf dem Wasser war. Aber demnächst wird auch hier wieder ordentlich gerockt - aller Wahrscheinlichkeit nach werde ich diesen Sommer wohl eher die Ost- als die Nordsee shredden, da ich gerade erst eine Praktikantenstelle in Lübeck angenommen habe...

Text: Mirco, Bilder: Markus, Christian, Mirco